„Frohsinn und Heiterkeit würzt jede Mahlzeit.“

Deutsches Sprichwort

Wir sind mit kleinem Budget unterwegs und verzichten auf den Besuch von Restaurants und Hotels. Auch haben wegen Corona (COVID) viele Restaurants und Hotels geschlossen. Daher haben wir neben unserem Naturehike Zelt auch Kochutensilien dabei. Außerdem trägt Herr Hut immer unseren orangefarbenen Essensbeutel. Dieser enthält verschiedenste Zutaten für Frühstück, Mittag- und Abendessen.

Ich möchte dir einen kleinen Einblick in unsere „Reiseküche“ geben, die wir auch in ähnlicher Form auf dem Malerweg oder auf der Kanutour in Polen dabei hatten. Sie hat uns bisher vollends überzeugt!

„Nichts ist so beständig wie der Wandel.“

Heraklit

Unsere Kochausrüstung:

Wir beschränken uns bei Touren auf das Notwendigste und versuchen möglichst leichte Ausrüstung zu verwenden. Daher besteht unsere „Küche“ aus wenigen Utensilien:

Zum Kochen verwenden wir einen 322g leichten 1600ml Titan-Topf von Lixada*. In diesem können wir die meisten Gerichte sehr bequem zubereiten und hatten bisher nie Platzprobleme. Zudem verstauen wir während dem Wandern allerlei Kleinzeug, wie Salz, Feuerzeug, Geschirrtuch, Nadel und Faden, Magnesiumpulver, etc. in ihm. 

Auch im Titan-Topf befindet sich der Aufsatz für die Gaskartusche. Dieser Aufsatz ist sozusagen unsere „mobile Herdplatte“. Wir machen derzeit sehr gute Erfahrungen mit dem kleinen Wunder BRS-3000t*. Er wiegt 25g und hat bisher über 2 Monate täglichen Gebrauch sehr gut überstanden.

Um den Gasverbrauch zu minimieren, haben wir eine Windschutzscheibe aus Aluminiumfolie gebaut. Diese ist flexibel einsetzbar, leicht und unkompliziert zu ersetzen.

 

Aus mehr besteht unsere kleine Küche nicht. 

Die Nahrung der Pilger:

Wie die meisten Menschen halten wir es für sinnvoll, am Tag mindestens drei Mahlzeiten zu genießen: Frühstück, Mittag- und Abendessen.

 

Diese fallen bei uns sehr unterschiedlich aus und haben sich auf unserem bisherigen Weg an die Gewohnheiten der jeweiligen Region angepasst.

Das Frühstück:

 

Ein gutes Frühstück ist für viele Menschen der Start in den Tag. Wir halten es mit dem Frühstücken etwas anders. Bevor wir morgens essen, laufen wir meistens erstmal 1-2 Stunden. Wir haben gemerkt, dass wir morgens viel besser vorankommen, wenn der Magen leer ist. Außerdem spornt es uns an, viele Kilometer zu machen und uns dann mit einem leckeren Frühstück zu belohnen. Laut Herrn Hut wird auf diese Weise die erste Pause auf dem Weg auch sinnvoll genutzt.

Das Frühstück setzte sich in Deutschland und zu einem großen Teil auch hier in Frankreich aus Müsli, Früchten und Nüssen zusammen. Herr Hut isst sein Müsli gerne mit einer Nussmischung, einfach trocken. Ich hingegen bevorzuge es matschig und kippe deshalb immer ein bisschen Wasser in meinen kleinen Trekkingbecher*. 

Hier in Frankreich gönnen wir uns auch gerne mal ein Baguette mit Brie oder Camembert zum Frühstück, sofern ein Supermarkt auf unserem morgendlichen Weg liegt.

Haferflocken mit Früchten

Das Mittagessen:

 

Das klassische Mittagessen gibt es bei uns nicht. Während dem Laufen versprühen wir wenig Verlangen nach einem großen Essen. Daher beschränken wir uns zur Mittagszeit auf kleine Snacks.

Auch hier hat eine Veränderung der Gewohnheiten stattgefunden. In Deutschland bevorzugten wir Müsliriegel, Nüsse oder kleine Würstchen.

Nüsse und Würstchen sind in Frankreich sehr schwer zu bekommen und im Vergleich zu Deutschland sehr teuer. Auch sind wir aus ähnlichen Gründen von den Müsliriegeln abgekommen. Mittlerweile gibt es mittags bevorzugt Butterkekse oder Baguette. Zudem lassen sich Mirabellen, Pflaumen, Brombeeren, Äpfel, Birnen und Haselnüsse am Wegesrand finden. Diese nehmen wir meist für das Mittagessen mit.

Das Abendessen:

 

Bereits bei der Ankunft an unserem Etappenziel freuen wir uns auf das Abendessen. Hier haben sich einige Gerichte für uns bewährt, die einfach und schnell über unserem Gaskocher gelingen.

Wir achten hierbei darauf, dass wir Lebensmittel verwenden, die im kochenden Wasser quellen müssen. So muss lediglich Wasser zum Kochen gebracht werden und der Gasverbrauch bleibt gering. 

Bulgursalat
Couscous mit Paprika

Befinden wir uns in Herbergen mit ausgestatteten Küchen (Pfannen, Öl, Töpfe, Herd), können wir weitaus kreativer werden.

Unerwartetes Essen am Wegesrand:

Bei einigen Gelegenheiten haben wir von genialen Menschen am Wegesrand Köstlichkeiten erhalten, die wir uns, hier auf dem Camino, nie hätten leisten können. So kamen wir zu den unterschiedlichsten Spezialitäten der verschiedenen Regionen:

 

Für einen längeren Bericht das Bild anklicken.

Von Christiane und Christian
Von Marie and Regis
Abendliches Geschenk von Barbara und Stefan
Frühstück bei Marie und Regis
Mittagessen bei Christine und ihren Eltern

Lebenswichtig:

Ebenso wichtig wie das Essen, ist Wasser. Mit diesem hatten bisher noch keine größeren Probleme. Im Rothaargebirge haben wir, wie auf dem Forststeig, das Wasser aus den verschienenen Quellen oder von Restaurants bezogen. Später wurden Dörfer, Friedhöfe, Kirchen und öffentliche Wasserstellen zu unseren Hauptauffüllpunkten. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass in Frankreich das Wasser mit viel Chlor versetzt wird. An diesen neuen Geschmack des Leitungswassers haben wir uns mittlerweile gewöhnt. Dies hat jedoch einige Zeit gedauert.

Veränderter Blickpunkt:

Durch die sehr einfachen Mahlzeiten unterwegs verändert sich unser Blickpunkt auf das alltägliche Essen. Wir sind viel dankbarer geworden, für die Fülle und die Auswahl an Essen, die wir im Alltag hatten. Wir mussten uns nicht überlegen, wie schwer die Zutaten sind, ob das Gericht in einem Topf gekocht werden kann oder wie lang die Garzeiten sind. Auch haben wir gemerkt, dass man viel weniger benötigt, um satt zu werden. Ohne die großen Töpfe und Pfannen der heimischen Küche, fallen die Portionen kleiner aus. Dennoch werden wir satt. Eine gute Erfahrung, die uns zeigt, wie sehr wir uns an den Luxus von viel Essen gewöhnt hatten.

Hinzu kommen Gedanken über die ausgewogene Ernährung. Oft fragen wir uns, welche Nährstoffe wir benötigen oder welche Nahrungsmittel wir mal wieder konsumieren sollten. Diese Frage haben wir uns im Alltag nur sehr selten gestellt. Nun wird sie immer wichtiger für uns.

Außerdem entwickeln wir während dem Laufen ganz unterschiedliche Traumvorstellungen von Speisen, die wir vermissen und auf die wir uns bereits jetzt freuen. Rezepte von den Großeltern (Bauerneintopf), Eintöpfe oder Gegrilltes von den Eltern, Kuchen und andere Kreationen von Tanten, sowie bestimmte eigene Rezepte durchwandern unsere Gedanken.

Essen ist schön! Wir empfinden es als Segen, jeden Tag zu festen Zeiten gemeinsam kochen zu können. 

Kennst du ein gutes „Wander-Rezept“? 

Wir und dankbar für jedes Rezept und jeden Vorschlag.
Teile ihn einfach in den Kommentaren mit uns.

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Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Liya

    Liebe Grüße von Liya: Wir lieben seit unserem Urlaub in Österreich Kaiserschmarrn, mit Apfelmus oder Zucker und Zimt/Vanillezucker. Dafür braucht man Eier, Zucker, Milch, Schmandt und Salz, Mineralwasser, Mehl, Backpulver, Butter zum Anbraten. Es geht auch viel schneller, als Pfannkuchen und schmeckt uns auch kalt. Guten Appetit!

    1. Frau Locke

      Liebe Liya, wir haben uns sehr über deine Nachricht gefreut. Urlaub in Österreich, wie schön. Dann ward ihr bestimmt auch mal ein bisschen wandern in den Bergen. Kaiserschmarrn ist eine sehr gute Idee. Das werden wir definitiv ausprobieren, wenn wir wieder in einer Herberge übernachten können, mit Küche und richtigem Herd. Danke für die Empfehlung und das Rezept, wir werden dann auf jeden Fall ein Foto machen. Liebe Grüße aus Limoges.

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